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Multiphonics Festival Stage

29.09. – 03.10., Altes Pfandhaus, Köln

Selbst in Corona-Zeiten ging die Reise des Klarinettenfestivals „Multiphonics“ weiter. Zwar anders als gewohnt, geprägt von Hygieneauflagen, Reisebeschränkungen und reduzierten Sitzplatzzahlen – gleichwohl nicht einen Deut weniger kreativ. An zwei Festivaltagen im Alten Pfandhaus Köln und einem Festivaltag in der Düsseldorfer Jazz-Schmiede wurden viele der geplanten Konzerte mit Live-Publikum und unter Corona-Sicherheitsauflagen zum Erfolg. Zugleich wurde das Festival als Online-Stream im Internet gezeigt, mit überwältigender Resonanz!

Nun findet vom 27. September bis 11. Oktober 2021 das nächste Multiphonics-Festival statt. Einige ursprünglich schon für 2020 geplante, dann aber ausgefallene Konzerte werden in diesem Jahr nachgeholt, gepaart mit zahlreichen neuen Ideen fürs diesjährige Festival.

Wieder dreht sich alles um die Klarinette als besonders faszinierendes, facetten- wie traditionsreiches Blasinstrument. Dabei trägt nun schon zum achten Mal das Festival der Bedeutung seines Namens Rechnung, indem es erfahr- und erlebbar macht, dass es weit mehr gibt als nur „den einen“ Klang, den man auf der Klarinette erzeugen kann. Die variablen Schwingungen des warmen und weichen, mitunter aber auch schneidenden, mal heiter-hellen, mal sonor-tiefen Klarinettenklangs ermöglichen nahezu jede Stilistik zwischen folkloristischer Tradition und avantgardistischer Moderne.

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Sheen Trio

Mittwoch, 29.09., 20:00 Uhr – Tickets

Atmosphärisch ungemein dicht, schwelgerisch und höchst sinnlich: Das Sheen Trio gestaltet seine einzigartige Musik wie ein mythisches Fortbewegungsmittel. Feingliedrig und nuancenreich verweben sich Stränge aus Jazz, Rock und experimenteller Musik mit musikalischen Einflüssen aus dem Iran, der Heimat der Klarinettistin Shabnam Parvaresh. Ihre musikalische Karriere als Klarinettistin begann in ihrer Heimatstadt Teheran am Teheraner Symphonie Orchester, 2014 kam sie nach Deutschland, um Jazz-Klarinette zu studieren, fünf Jahre später gründete sie das Sheen Trio als Amalgam Legierung all ihrer musikalischen Einflüsse. Der Trio-Klang gleicht einer musikalischen Migration, bei der ruhig und reflektiert, mitunter aber auch aufregend impulsiv neu gefundene Orte erkundet werden. Im Zusammenspiel mit Phillip Buck und David Krüger entstehen experimentierfreudige Kompositionen, die ihre besonderen Geschichten erzählen: von schlechter Internet-Verbindung im Iran der 1990er-Jahre wie von Kindheitserinnerungen oder einer Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn.

Shabnam Parvaresh – Bass Klarinette, Querflöte, FX
Philipp Buck – Schlagzeug 
Ula-Marty Ellis – Gitarre

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Omer Klein & Ismail Lumanovski

Mittwoch, 29.09., 21:00 Uhr – Tickets

Der Klarinettist Ismail Lumanovski ist ein Kraftfeld voller Leidenschaft und dynamischer Virtuosität. Den „Spirit“ der Balkan-Volksmusik verbindet er souverän mit der strengen Disziplin der Klassik, schwelgt subtil in kammermusikalischen Welten, bevor er nicht weniger inspiriert in ein hochkomplexes Cross-Over-Repertoire eintaucht. Bei allem gibt es eine Konstante: Sein emotionales Spiel betört die Sinne. Geboren im mazedonischen Bitola, wurde Lumanovski zum Weltreisenden, gefeiert als Pierre-Boulez-Interpret, aber auch als Brückenbauer zwischen den Kulturen. Dass er nun auf den israelischen Jazz-Pianisten und Komponisten Omar Klein trifft, erscheint folgerichtig und konsequent. Auch Kleins brillanter Modern Jazz ist unterspült von traditionellen Strömungen seiner orientalischen Kultur. So lässt die Begegnung von Omar Klein und Ismael Lumanovski zahlreiche synergetische Verbindung erwarten: faszinierend und grenzenlos.

Ismael Lumanovski – Klarinette
Omer Klein – Klavier

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Multiphonics 8 + Gina Schwarz

Samstag, 02.10., 20:00 Uhr – Tickets

Traditionell zählt das Projekt „Multiphonics 8“ von Annette Maye, der Künstlerischen Leiterin von Multiphonics, zu den Höhepunkten jeder Festivalausgabe. Dafür wird seit 2017 jährlich eine Komposition in Auftrag gegeben und eine besondere Komponistin/ein besonderer Komponist in den Mittelpunkt gestellt. Letztes Jahr ging der Auftrag an die österreichische Komponistin und Bassistin Gina Schwarz, die sich dafür vom britischen Folk-Sänger, Gitarristen und Komponisten Nick Drake inspirieren ließ. Zeitlebens galt Nick Drake (1948-1974) als Insider-Tipp der Folk-Szene, erst nach seinem frühen Tod avancierte er zum Kult-Star, nunmehr bewundert und gefeiert für die Schönheit, Transparenz und Tiefe seiner Musik. Drakes auf drei Studio-Alben erschienene Songs sind ebenso geprägt sind von verzweifelter Melancholie wie von zart aufkeimender Hoffnung, nun wurden sie für Gina Schwarz zum Ausgangspunkt ihrer kompositorischen Ideen. So wie Drake seine Alben teils wie eine Geschichte aufbaute, die mit jedem Kapitel etwas durchschaubarer und verständlicher wird, so lassen sich auch ihre neuen Kompositionen als eigenständiger Zyklus interpretieren. Nachdem im letzten Jahr Proben erste Aufnahmen und ein Konzert mit reduziertem Publikum stattfinden konnten, wird dieses Jahr hoffentlich in größerem Rahmen gespielt werden können.

Gina Schwarz – Komposition, Arrangement, db
Mona Matbou-Riahi – Bb-Cl
Steffen Schorn – K-Alt-Cl, BCl, Bb-Cl
Annette Maye – Bcl,Bb-Cl, Es-Cl
Thomas Savy – Bcl, Bb-Cl, S-Sax
Lucas Leidinger – p
Mahan Mirarab – g
Dirk-Peter Kölsch – dr
Daniel Manrique-Smith - fl

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Yom + IXI String Quartet

Samstag, 02.10., 21:00 Uhr – Tickets

Yom ist maßlos, ohne anmaßend zu sein, unersättlich, ohne gierig zu sein, absolut, ohne sich als vollendet zu verstehen. Der Klarinettenvirtuose hat sich nichts weniger als der Suche nach dem Absoluten verschrieben, lotet musikalische Ästhetiken ständig neu aus, versetzt die vielfältigsten Klangtexturen in überraschend „andere“ Verhältnisse. Seine Reise führt ihn von den eigenen, traditionellen Klezmer-Interpretationen über Rock und Americana, klassische, zeitgenössische und elektronische Musik hin zu den grenzenlosen Möglichkeiten des Streichquartetts. Wobei er nie seine persönliche Vision von Musik aus den Augen verliert: die Annäherung an die menschliche Seele, das Bedürfnis nach Universalität und Spiritualität. Besonders das Streichquartett hat Yom immer wieder erneuert, wobei das 1994 von Régis Huby und Guillaume Roy gegründete Quatuor iXi zum kongenialen Partner wurde. Ihr Projekt „Illuminations“ verdichtet zum vorläufigen Höhepunkt: ein Werk zwischen westlicher klassischer Musik, zeitgenössischer Musik und der modalen Musik Osteuropas und des Nahen Ostens, angereichert mit dezenten Einflüssen von Pergolesi, Bach, Ligeti und Schostakowitch, vor allem aber dem markanten Klang von Yoms Hybridklarinette.

Yom – Klarinette, Komposition
Régis Huby – Violine, Arrangements
Albrecht Maurer – Violine
Guillaume Roy – Viola, Arrangements
Atsushi Sakaï – Violoncello

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Kinan Azmeh & Florian Weber

Samstag, 02.10., 22:00 Uhr – Tickets

Der syrische Klarinettist und Komponist Kinan Azmeh ist ein sinnlicher, ständig fragender und insistierender Grenzgänger zwischen musikalischen Traditionen. Pendelnd zwischen seiner Heimat und New York, wo er unter anderem seine New Yorker City Band leitet, ist sein getragenes Spiel von einer Schönheit geprägt, die tief berührt und wahre Glücksgefühle hervorrufen kann – um einen bereits im nächsten Augenblick eine nicht minder tiefe Trauer, ja Bestürzung spüren zu lassen. Wenn Azmehs Klangkunst von gefährdeten Lebenssituationen in seiner syrischen Heimat erzählt, überschlägt sich mitunter seine Klarinette, sie trillert, vital und atemlos, während sie sich die Tonleiter hinaufschraubt und zu bersten droht. Und dann doch wieder zu innerer Ruhe zurückfindet, lyrisch und nachdenklich, hoffnungsfroh und widerständig. Nun trifft Kinan Azmeh auf den Pianisten Florian Weber, und auch hier ist weit mehr zu erwarten als Kammermusik mit arabischen Grundtönen. Ein Gipfeltreffen zweier Virtuosen, die alle erdenklichen Gefühlsschattierungen ausloten.

Kinan Azmeh – Klarinette
Florian Weber – Klavier

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Mohamed Najem Quartett

Sonntag, 03.10., 18:00 Uhr – Tickets

Virtuos verbindet auch Mohamed Najem den Jazz mit orientalischen Einflüssen. Die kraftvoll pulsierende, an Klangaromen reiche Musik seines 2016 gegründeten Quartetts überführt die Musik des Nahen Ostens in eine neue musikalische Sprache. Damit verkörpert Najem, Komponist, Klarinettist und Ney-Spieler, eine neue Generation talentierter Musiker aus dem Nahen Osten. Geboren in Jerusalem, studierte er am Konservatorium im französischen Angers und unterrichtete Klarinette und Ney an der ESNCM in Ramallah, Nablus und Bethlehem. 2011 war er eines der Gründungsmitglieder des Palestine National Orchestra, zudem war er mehrere Jahre Solist im Palestine Youth Orchestra. Heute lebt er in Paris, wo sein Quartett Mohamed Najem & Friends ein längst etablierter und geschätzter Bestandteil der Jazzszene ist.

Mohamed Najem – Klarinette, Ney
Clément Prioul – Klavier, Orgel
Arthur Henn – Kontrabass
Baptiste Castets – Schlagzeug

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Heller & Gawlik- The Next Level

Sonntag, 03.10., 19:00 Uhr – Tickets

Fester Bestandteil von Multiphonics ist jedes Jahr ein Konzert des Kölner Saxofonisten, Komponisten und Arrangeurs Paul Heller mit seiner Allstar Band, zu der er jeweils Gäste an der Klarinette einlädt. Anat Cohen war im Rahmen eines herausragend arrangierten Programms mit Standards aus dem Great American Songbook zu erleben, Engelbert Wrobel und Fiete Felsch sprühten als Klarinetten-Solisten in einer mächtig swingenden Hommage auf Benny Goodman. Nun folgt die Begegnung mit Julius Gawlik, dem erst 24-jährigen Ausnahmetalent an Klarinette und Tenorsaxophon. Gawlik ist aktueller Stipendiat der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz, sowie frischgebackenes Mitglied der NDR-Bigband!  Auch an diesem Abend weht der schöne Hauch des Unvorhersehbaren durchs Konzert: Die Spannung resultiert allein schon daraus, dass Julius Gawlik und Paul Heller – bislang – keine gemeinsame Geschichte haben und sie aufeinandertreffen, ohne auch nur zu ahnen, wo es hingehen wird. Der spontane Austausch zweier Spitzenkönner, die bereits jetzt eines eint: ihr unglaublicher Spaß an unglaublich guter Musik!

Paul Heller – Tenorsax
Julius Gawlik – Klarinette
Rainer Böhm – Klavier
Martin Gjakonovski – Kontrabass
Bodek Janke – Schlagzeug

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Duo FisFüz & Ian Harrison + Winfried Holzenkamp

Sonntag, 03.10., 20:00 Uhr – Tickets

Annette Mayes „ensemble FisFüz“ existiert seit 1995, dem 2. Studienjahr von Annette Maye und ihrem langjährigen musikalischen Weggefährten, dem Weltklasseperkussionisten Murat Coskun. Und der Name ist weit über die Grenzen hinweg zu einem Begriff für innovative Weltmusik mit vielen Improvisationen und raffinierten Arrangements. Die beiden spielten über die Jahre mit wechselnden Musikern und Besetzungen und legten seit 2006 den längsten Teil ihrer gemeinsamen Wegstrecke mit dem türkischen Oud-Spieler und Gitarristen Gürkan Balkan zurück. Die musikalische Grundlage bilden dabei Eigenkompositionen  der Mitglieder des Ensembles, die sich thematisch rund ums Mittelmeer bewegen, wobei sie musikalische Einflüsse aus dem Nahen Osten ebenso wie aus Nordafrika und dem Baltikum verarbeiten und tradierte Formen durch Improvisation und Variation aufbrechen. Für Multiphonics 2021 arbeiten Annette Maye und Murat Coskun nunmehr mit zwei weiteren langjährigen Weggefährten zusammen. Dem Freiburger Bassisten Winfried Holzenkamp, dessen Aufenthalte in Südamerika sein musikalisches Schaffen prägten, sowie den Zink- Dudelsack- und Kornettspieler Ian Harrison, einen der herausragendsten Solisten der internationalen Folk- und Alte Musikszene.

Annette Maye – Klarinette
Ian Harrison – Zink, Schalmei, Dudelsack
Winfried Holzenkamp - Bass
Murat Coskun – Perkussion

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